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In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die elterliche Erziehung deutlich verändert. Die starke Orientierung an den kindlichen Bedürfnissen und die hohe Bedeutung einer gesunden kindlichen Entwicklung, können durchaus, als positive Entwicklung bezeichnet werden. Gleichzeitig stellt sich aktuell die Frage, inwieweit diese Entwicklungen über Ihr Ziel hinausgehen und zu einer möglichen Überbewertung kindlicher Bedürfnisse sowie zu überzogenen Erziehungsvorstellungen und -handlungen führen.
Titel
Supereltern
Projektleitung
Mitarbeitende
Projektbeschreibung

Unterschiedliche Forschungsarbeiten konnten in den vergangenen Jahren zeigen, dass gesellschaftliche Vorstellungen von «guter Elternschaft» zunehmend die Intensivierung von Elternschaft normalisieren (Diabaté & Beringer, 2018; Gauthier et al., 2021; Mohr & Sonnentag, 2023). In diesem Zusammenhang spielt auch die Inszenierung von Elternschaft inden sozialen Medien eine relevante Rolle (Menzel, 2025).

Zugleich gibt es Hinweise darauf, dass eben diese Intensivierung der Elternschaft zu gesundheitlichen Belastungen bei Müttern (und teilweise Vätern) führen kann (Göbel et al., 2025; Lin et al., 2023; Nylin et al., 2025; Rizzo et al., 2013).

Neben diesen negativen Auswirkungen auf das elterliche Wohlbefinden und den indirekten Effekten auf die kindliche Entwicklung, ist auch von direkten negativen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung auszugehen.

Mit der vorliegenden Studie möchten wir untersuchen, wie Mütter und Väter ihre Erziehung im Alltag umsetzen und welche (Aus-)Wirkung dies auf ihr Alltagserleben und ihre Gesundheit hat. Dabei geht es auch um die Frage, welche Vorstellung Mütter und Väter von «guter Elternschaft» haben und wie auch diese sich auf ihr Leben auswirkt. Da soziale Medien im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle spielen und dort Erziehungs- und Familienthemen sowohl inszeniert als auch diskutiert werden, wird auch die Relevanz von sozialen Medien für die Elternschaft erforscht.

Zur Erhebung wird eine neu entwickelte Fragebogen-Skala zum Erziehungshandeln sowie etablierte Instrumente zur Erfassung von (mentaler) Gesundheit und Vorstellungen «guter Elternschaft» eingesetzt.

Die Datenerhebung erfolgt anhand einer online Umfrage für Mütter und Väter mit Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Teilnahme ist von Ende Mai bis Ende Juli 2026 möglich und erfolgt in anonymer Form.

Im Rahmen der Studie entstehen zudem zwei Masterarbeiten:

Die Masterarbeit von Patricia Koch untersucht, welchen Einfluss soziale Isolation von Müttern auf ihre Vorstellung von guter Elternschaft hat. Dabei wird insbesondere analysiert, ob sich sozial isolierte Mütter stärker an medialen Vorbildern wie Mom-Influencerinnen orientieren. Im Zentrum steht die Frage, ob diese Orientierung den Zusammenhang zwischen sozialer Isolation und der Vorstellung von guter Elternschaft vermittelt. Zur Erhebung werden standardisierte Skalen zu sozialer Isolation, Orientierung an medialen Vorbildern und Vorstellung guter Elternschaft eingesetzt. Ziel der Masterarbeit ist es, besser zu verstehen, welche Rolle soziale Medien und soziale Verbundenheit für heutige Vorstellungen von Mutterschaft und Erziehung spielen.

Im Rahmen der Masterarbeit von Ann-Caro Rabenort wird untersucht, wie Väter ihre Elternrolle erleben und gestalten. Im Fokus steht dabei der Einfluss wahrgenommener gesellschaftlicher Erwartungen an die Vaterrolle auf elterliche Einstellungen und alltägliche Erziehungspraktiken. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob gesellschaftliche Vorstellungen von «guter» Vaterschaft mit intensiveren Formen von Elternschaft und Erziehungsverhalten zusammenhängen. Ziel der Masterarbeit ist es, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, welche gesellschaftlichen Leitbilder Väter heute prägen und wie sich diese in elterlichen Einstellungen und Erziehungspraktiken widerspiegeln.

Laufzeit
05.2026 – 05.2027
Projektstatus
Laufend
Kooperationspartner

Nimm an unserer Umfrage teil!

Deine Erfahrungen helfen uns, Elternschaft heute besser zu verstehen. Dadurch können Massnahmen und Angebote auf allen Ebenen besser an die Bedürfnisse und Lebensrealitäten von Eltern und Familien angepasst werden. Mit deiner Teilnahme leistest du einen wertvollen Beitrag zur Forschung.

Die Umfrage richtet sich an Mütter und Väter mit Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Alle Daten werden vertraulich behandelt und nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet.

Deine Teilnahme lohnt sich doppelt!

Unter allen Teilnehmenden, die den Fragebogen vollständig ausfüllen, verlosen wir
6 Buch-Gutscheine im Wert von je 50 €/CHF*.