Für diesen Beitrag haben wir mit Raphael Traber, Primarlehrer und PICTS der PSG Regio Märwil, Andreas Grünenfelder von der Primarschule Dozwil-Kesswil, Roland Baumann von der Primarschule Uttwil sowie Michelle Messmer, PICTS und Primarlehrerin an der Schule Sirnach, gesprochen. Sie erzählen, wie sie das Thema KI an ihren Schulen angehen, welche Rolle PICTS dabei übernehmen und welche Erfahrungen sie bisher gemacht haben.
Von den Unterlagen zu den eigenen Fragen
In der PSG Regio Märwil dienen die Leitfragen des Amts für Volksschule zur Entwicklung von KI-Leitlinien dazu, gemeinsam eine Haltung zum Umgang mit KI zu entwickeln, berichtet Raphael Traber, Primarlehrer und PICTS. Wie beurteilen wir Arbeiten, die mit KI entstanden sind? Was zählt als Eigenleistung? Im Austausch werden solche Fragen auf die eigene Schule bezogen. Erfahrungen aus der letztjährigen Leitbildarbeit helfen dabei: Eine gemeinsame Haltung braucht Auseinandersetzung und Kompromissbereitschaft.
Auch Andreas Grünenfelder und Roland Baumann, die an der Sekundarschule Dozwil-Kesswil-Uttwil die Perspektiven von Schulleitung und PICTS einbringen, schätzen die konkreten Fragestellungen und Hinweise des AV. Sie arbeiten bewusst im Sekundarschulkreis zusammen und haben im August 2026 mit der PHTG eine gemeinsame schulinterne Weiterbildung durchgeführt, mit dem Ziel eine eigene «KI-Charta» zu erarbeiten. Diese soll Orientierung für den Umgang mit KI schaffen und gleichzeitig genügend Spielraum für unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten lassen.
PICTS bringen das Thema ins Schulhaus
PICTS beraten, greifen Fragen auf und gestalten Weiterbildung. Dabei arbeiten sie eng mit der Schulleitung zusammen. Andreas Grünenfelder und Roland Baumann betonen, dass es dabei Fingerspitzengefühl braucht: Lehrpersonen bringen unterschiedliche Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Sie sollen Sicherheit gewinnen und für sich herausfinden, welchen Nutzen KI für ihre Arbeit hat. Gerade weil die Voraussetzungen im Kollegium unterschiedlich sind, benötigt es einen Ort für den gemeinsamen Austausch. Roland Baumann fasst es so zusammen: «Für manche ist dies vielleicht ein steiniger Weg, den wir alle aber gehen müssen – je schneller wir loslegen, desto besser.»
Michelle Messmer, PICTS und Primarlehrerin an der Schule Sirnach, beschreibt die enge Zusammenarbeit mit den drei Schulleitungen der VSG und den Behörden. Zugleich bleibt sie selbst am Thema dran, bildet sich weiter und steht dem Kollegium als Ansprechperson zur Verfügung. Zusammen mit dem PICTS-Team sind vier Weiterbildungsangebote entstanden. Inspirationen dafür erhielten sie unter anderem durch die Teilnahme am PICTS-Aufbaumoduls «Künstliche Intelligenz in der Schule» an der PHTG.
Die Beispiele zeigen: PICTS helfen dabei, vorhandene Grundlagen mit den Fragen des Schulalltags zu verbinden und daraus gemeinsam nächste Schritte zu entwickeln.
Einen eigenen Weg finden und sich vernetzen
Die Schulen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Einen fertigen Weg, der für alle passt, gibt es nicht. Umso wichtiger ist der Austausch über das eigene Schulhaus hinaus.
Raphael Traber berichtet, dass beim kantonalen Austauschtreffen des AV deutlich wurde: Andere Schulen beschäftigen sich mit denselben Fragen. Andreas Grünenfelder und Roland Baumann empfehlen, sich mit anderen Schulen zusammenzuschliessen und sich gegenseitig auf dem Weg zu stärken. Michelle Messmer rät dazu, Fachpersonen beizuziehen und auch den Austausch mit Schulleitungen zu suchen. Ihr Fazit: «Mutig und offen daran gehen – und für die Schule einen eigenen Weg finden.»
Nicht auf alle Fragen braucht es bereits eine Antwort. Für den nächsten Schritt kann es reichen, eine gemeinsame Frage auszuwählen, die AV-Unterlagen beizuziehen oder sich anderen Schulen über ihre Erfahrungen auszutauschen.
Die Fachstelle Schule und Digitalität unterstützt PICTS, Schulleitungen und Teams auf diesem Weg mit Weiterbildungen, Beratung und weiteren Angeboten rund um KI in der Schule.
Grundlagen für die Arbeit im Schulhaus:
Umsetzungshilfen des Amts für Volksschule
Leitfragen, Faktenblätter, Ideensammlungen und Szenarien zum Umgang mit generativer KI.PICTS-Aufbaumodul «Künstliche Intelligenz in der Schule»
Vertiefung für PICTS zu Potenzialen, Grenzen und Einsatzmöglichkeiten von KI in Schule und Unterricht. Die nächste Durchführung startet im September 2027.Schulinterne Weiterbildung «Künstliche Intelligenz in der Schule»
Ein Angebot der Fachstelle Schule und Digitalität für Schulen, die das Thema KI gemeinsam im Team angehen möchten.Fach- und Prozessberatung «Schule und Digitalität»
Begleitung von Schulen bei Entwicklungsprozessen im Bereich Digitalität – unter anderem bei der Entwicklung einer gemeinsamen Haltung und beim Umgang mit KI in der Schule.
Autorin: Evelyne Fankhauser, Fachbereichsleiterin und Dozentin Medien und Informatik (zum Profil)
Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT (OpenAI)