Der Schulleitungsmonitor richtet den Fokus auf jene Personen, die Schulen gestalten und entwickeln. Er ist ein länderübergreifendes Forschungsprogramm im deutschsprachigen Raum und liefert Erkenntnisse zu Arbeitsbedingungen, Professionalisierung, Führungshandeln und Schulentwicklung aus der Perspektive von Schulleitungen.
Aktuelle Ergebnisse aus Deutschland zeigen, dass datengestützte Schulentwicklung an vielen Schulen bereits zum Führungsalltag gehört. Dafür wurden 1’357 Schulleitungen aller allgemeinbildenden Schulformen aus sämtlichen Bundesländern befragt.
Dabei setzen sich 77,6 Prozent der Schulleitungen intensiv mit Daten ihrer Schule auseinander. 58,6 Prozent reflektieren die Qualität ihrer Arbeit auf Grundlage von Daten. Rund 70 Prozent berichten von einer klaren Vorstellung zur Datennutzung, die gemeinschaftlich im Kollegium erfolgt.
Gleichzeitig verdeutlicht die Studie Herausforderungen: Viele Schulleitungen schätzen ihre Möglichkeiten, Veränderungen auf Datenbasis anzustossen, als begrenzt ein. Trotz hoher Arbeitsbelastung (86 Prozent beklagen Zeitmangel) berichten mehr als vier Fünftel von einer hohen Arbeitszufriedenheit.
Der Schulleitungsmonitor Deutschland wird von einem internationalen Forschungsteam unter der Leitung von Pierre Tulowitzki (PH FHNW) durchgeführt. Zum Kernteam gehören Jana Groß Ophoff (Pädagogische Hochschule Thurgau), Colin Cramer (Universität Konstanz und Pädagogische Hochschule Thurgau) sowie Marcus Pietsch (Leuphana Universität Lüneburg).
Die Erhebungen knüpfen an das Forschungsprojekt Leadership in German Schools (LineS) an. Gefördert wird der Schulleitungsmonitor in Deutschland von der Wübben Stiftung Bildung sowie in der Schweiz von der Stiftung Mercator Schweiz und der Jacobs Foundation.
Die Erfahrungen aus der Schweiz zeigen, dass die Ergebnisse Wirkung entfalten. Die Befunde werden regelmässig in Aus- und Weiterbildungsangeboten aufgegriffen. An der Pädagogischen Hochschule Thurgau dienen Ergebnisse als Ausgangspunkt einer Weiterbildung zu Ambidextrie und Führungshandeln im November 2026.